Freizeiten

Reiterferien

Bereits seit 1997 fahren auf Einladung des Fördervereins für krebskranke Kinder e.V. Köln und des Förderkreises für Tumor- und Leukämieerkrankte Kinder e.V. Bonn jedes Jahr achtzehn Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren auf den Pferdehof Hirschberg in Großalmerode in Nordhessen.

bild_reiten1In diesem einwöchigen Urlaub geht es in erster Linie um alle Aktivitäten rund ums Reiten: Die Kinder betreuen allein oder zu zweit unter Anleitung ein Pferd oder Pony. Dazu gehört neben dem Striegeln des Fells, dem Bürsten der Mähne und dem Satteln natürlich auch das Reiten und Voltigieren.

Bei der Pflege der Pferde verlieren die Kinder schnell ihre Scheu vor den großen Tieren und bauen eine vertrauensvolle Beziehung zu ihnen auf.

Weitere Aktivitäten in dieser Woche sind das Singen, Spiele im Haus oder im Freien, das Stockbrotessen am Lagerfeuer, ein Discoabend und Ausflüge zu Pferde, auf dem Pferdewagen oder mit dem Traktor.

Neben den über einhundert Pferden wird der Hof von einem Kamel, niedlichen Schweinchen, Katzen, Hasen und Meerschweinchen bevölkert.Mitarbeiter aus dem Elternhaus und vom psychosozialen Dienst der Kinderkrebsstation organisieren und begleiten diese Nachsorgemaßnahme.

Manche der Kinder von der Kinderkrebsstation müssen auch während der Freizeit ihre Therapie fortsetzen, daher werden sie in dieser Zeit auch von Kinderkrankenpflegerinnen der Krebsstation betreut.

bild_reiten2Auch die Geschwisterkinder fahren mit. Für sie ist es ein ungewohntes Erlebnis, nicht am Rande zu stehen, sondern genauso viel Aufmerksamkeit zu bekommen wie ihre kranke Schwester oder ihr kranker Bruder.

Nicht selten verbessert sich die Beziehung zwischen den Geschwistern in dieser Umgebung.

In der Gruppe entstehen schnell Freundschaften, Heimweh ist meist kein Thema – viele Kinder, die auf dem Hirschberg waren, wären gerne noch länger geblieben.

Dass diese Reiterferien überhaupt zustande kommen können, ist unter anderem dem Aachener Arzneimittelhersteller Grünenthal zu verdanken, der dieses Projekt unter dem Motto „Urlaub vom Schmerz“ seit Beginn unterstützt.

 

Segeln – Ein Nachsorgeprojekt für jugendliche Patienten und Geschwister

In den Osterferien organisieren wir eine Segeltour auf dem Ijsselmeer in Holland. Eine Woche leben die Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf dem Schiff und segeln jeden Tag zu einem anderen Hafen.

bild_segelnAlle müssen mit anpacken: beim Segel setzten, Knoten machen, Seile legen und natürlich beim Kochen und Einkaufen. Jeder bekommt eine ihm angemessene Aufgabe.

Im Anschluss an die oft lange Therapie gibt es auf dem Schiff Gelegenheit, andere Jugendliche mit ähnlichem Krankheitsbild und ähnlichen Erfahrungen kennen zu lernen und sich untereinander auszutauschen.

Die extrem seelische und körperliche Belastung der Therapie tritt in den Hintergrund und das gemeinsame Erleben steht im Vordergrund.

Die Fahrt bedeutet jedoch mehr als nur Erholung für die Jugendlichen. Oft verbindet das Gefühl, wieder in einer Gruppe bestehen zu können und keine Sonderrolle mehr einnehmen zu müssen, auf ganz besondere Weise.

Jeder Einzelne wird akzeptiert und muss sich in der Gruppe behaupten – das stärkt vor allem das Selbstwertgefühl.

 

Geschwisterfreizeit

Ferien auf dem Bauernhof

In den Sommerferien organisieren wir seit Jahren eine Freizeit für die Geschwister von krebskranken Kindern. Die 5-12jährigen erleben eine Woche Ferien auf dem Bauernhof in der Nähe von Osnabrück.

bild_bauernhofDie schwere Erkrankung eines Kindes an Krebs wirkt sich auf die gesamte Familie aus und stellt oft eine kaum zu bewältigende Belastung dar. Verständlicherweise rückt das kranke Kind in den Vordergrund.

Die Geschwisterkinder aber geraten leicht aus dem Blickfeld. Zur Trennung von Bruder oder Schwester kommt für sie auch eine zeitweilige Trennung von einem Elternteil, der das kranke Kind auf der Station betreut.

Das andere Elternteil ist in der Regel vollauf damit beschäftigt, die finanzielle Existenz der Familie zu sichern. Folglich sind die Geschwister oft auf sich allein gestellt und haben keinen Ansprechpartner für ihre Fragen und Probleme.

Hier setzt das Geschwisterprojekt des Fördervereins an, mit dem Ziel, die betroffenen Kinder zusammen zu bringen. Sie sollen erfahren, dass sie mit ihren Sorgen, Gefühlen und Ängsten nicht allein sind und bei der aktiven Auseinandersetzung mit ihren Problemen Unterstützung erhalten.

Auf dem Bauernhof können die Kinder helfen beim Kühe melken, Pferde versorgen, können die Hunde spazieren führen und jeden Tag reiten. Die Natur erleben, miteinander Spaß haben und auch einmal im Mittelpunkt stehen, ist das Wichtigste in dieser Woche.