Mutperlen

Für ihre oft anstrengende Behandlung und häufigen Untersuchungen brauchen krebskranke Kinder und Jugendliche Geduld und Ausdauer ebenso wie Mut und Zuversicht.

Daraus entstand vor einigen Jahren die Idee der Mutperlenkette. Für jeden Eingriff, jede Behandlungsprozedur bekommen die Kinder eine spezielle Perle. Jedes Ereignis (wie Bluttransfusion, Röntgen, Haarausfall bei Chemo) hat eine fest zugeordnete Perle. Die Perlen können sie auf einem langen Band aufziehen. Anhand der Perlenkette wird Kindern verdeutlicht, welche Therapiestationen sie bereits geschafft haben. Am Ende der Therapie hat das Kind seine individuelle, ganz besondere Kette, die einem kleinen Tagebuch gleicht und die Geschichte in dieser besonders schweren Lebensphase erzählt.

Seit 2017 gibt es als Ergänzung zu der klassischen Kette auch eine Smartphone-App. Die Kinder und Jugendliche können so ihre Perlen auch digital sammeln und zum Beispiel mit der Familie oder Freunden teilen. In der App können die Patienten genau sehen, welche Perle für welches Ereignis steht und an welchem Datum sie jede einzelne erhalten haben.

Meine Mutperlenkette habe ich mir wie ein Tagebuch aufgefädelt, damit ich meinen Behandlungsverlauf später besser erklären und zeigen kann.

Irgendwann habe ich auch mal eine Perle selbst entwickelt. Ein Tag, der sehr gut angefangen hatte, endete jedoch etwas unschön. Als ich dann einige Tage später wieder zu Hause war, musste mir mein Vater eine Perle für einen guten und einen schlechten Tag durchschneiden. Die beiden unterschiedlichen Hälften klebte ich wieder zusammen und die neue ,Fifty-fifty-day-Perle‘ war entstanden.“

Kim, 13 Jahre

Von Kanada nach Köln

Die ursprüngliche Idee der „Bravery Beads“ entstand vor ca. 20 Jahren in Kanada. In Deutschland wurde das Projekt „Mutperlen“ von der Deutschen Kinderkrebsstiftung initiiert. Im Jahr 2013 setzte sich der Förderverein erfolgreich dafür ein, dass die Kinder und Jugendlichen auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik Köln von diesem Projekt profitieren können. Er übernimmt dafür auch die Kosten, die Perlen werden durch die Deutsche Kinderkrebsstiftung zur Verfügung gestellt.